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Haben Sie "Tänze" bei Wieseln beobachtet?
Eine eigenartige Verhaltensweise der Wiesel wird "Veitstanz" genannt. Über ihre Ursache gibt es mehrere Theorien, aber keine abschliessende Klarheit. Eine Beschreibung dieses Verhaltens und Gedanken über mögliche Ursachen dieses Phänomens finden Sie im Text "Veitstanz von Wieseln" von Helen Müri. Haben Sie auch schon einem Wiesel beim Veitstanz zugesehen? Ihre Beobachtung interessiert uns, bitte teilen Sie sie uns mit. (Alles weitere siehe Text).
Weiterbildungskurs von WIN Wieselnetz vom 17.-18. Juni 2011
Rückschau einer Teilnehmerin
„Habitate von Kleinkarnivoren, insbesondere von kleinen Musteliden – Erkennen, Beurteilen, Verbessern“
Der Titel war Programm für zwei sehr intensive Tage im Raum Chur, St. Galler Rheintal und am Stoss (AR). Den theoretischen Hintergrund erhielten die Teilnehmenden mit kurzen, aber gehaltvollen Referaten von Helen Müri (WIN) zur charakteristischen Lebensweise der jeweiligen Art, zu ihren Ansprüche an Fläche und Habitatstrukturen sowie zur Bedeutung von Raum und Struktur im Jahresverlauf.
Derart ausgerüstet mit Wissen über Lebensraumbedarf, Metapopulationen und Denken in vier Dimensionen (3 x Raum, Zeit) ging es ins Feld, wo wir versuchten, das Gehörte in der Landschaft wieder zu entdecken. Die Beispiels-Auswahl von sehr guten bis entwicklungsfähigen Habitaten schärfte den Blick dafür, was an Ressourcen vorhanden war oder (noch) fehlte. Und spätestens am zweiten Tag begann man die Landschaft als „Wiesel“ zu sehen: wo sind Kleinstrukturen, Vernetzungslinien und natürlich Mäuse! Dass wir auch die unterschiedlichen Lebensraumansprüche der bevorzugten Wieselbeute in unsere Beurteilungen einbezogen, dafür sorgte Jürg-Paul Müller, ehemaliger Direktor des Bündner Naturmuseums, in einem Referat zur Bedeutung der Kleinsäuger als Beutetiere.
Im Fokus des Kurses standen die beiden Wieselarten, aber auch Baummarder und Iltis (mit Ruheplätzchen in Trimmis!) konnten immer wieder in unsere Überlegungen einbezogen werden. Ausserdem erhielten wir von Irene Weinberger, die an einer Dissertation über den Fischotter arbeitet, auch zu dieser Tierart Informationen.
Insgesamt ein sehr gelungener Kurs, der die Teilnehmenden nicht nur Wissen, sondern auch einen geschärften Blick mit nach Hause nehmen liess. Und zuletzt noch ein kleines Felderlebnis: Während wir in Untervaz Vernetzungselemente für den Iltis Richtung Rhein planten, kreiste über uns ein Schlangenadler.
(Christa Mosler-Berger, 1.7.2011)
Link zum Programm
Seit März 2011: Geschäftstellen-Leiterin für WIN Wieselnetz
Das Programm WIN Wieselnetz existiert und wirkt mittlerweile seit fünf Jahren. Mit der Schaffung einer kleinen, aber permanenten Teilzeit-Geschäftsstelle will die Programmleitung die längerfristige und regelmässige Leistung des Programms sicherstellen und die Übergabe der Verantwortung in jüngere Hände einleiten. WIN Wieselnetz soll dabei das Profil als Nonprofit-Organisation mit Ausrichtung auf Förderung und Qualitätssicherung des Kleinkarnivoren-Schutzes ganz klar behalten und schärfen. Die Hauptaufgabe der Geschäftsstelle besteht nicht in erster Linie in Administration, sie soll vielmehr von Beginn weg konzeptionelle und fachspezifische Mitverantwortung übernehmen.
Auf den Stellenausschrieb haben sich über 40 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, das Niveau der vorhandenen Kompetenzen war insgesamt sehr hoch. Mit der Wahl der promovierten Biologin Cristina Boschi ist es gelungen, die Geschäftsstelle einer sowohl in Wildtier- und Naturschutzbiologie wie auch Organisation erfahrenen Fachfrau anzuvertrauen. Sie betreut die Geschäftsstelle seit dem 1. März 2011.
(11. Januar 2011 / 4. März 2011)
Neu auf dem Buchmarkt
Marder, Iltis, Nerz und Wiesel
Im deutschsprachigen Raum fehlte bis jetzt eine allgemein verständliche, leicht lesbare Übersicht zum Thema Musteliden in Europa, die auch den Ansprüchen an wissenschaftliche Genauigkeit genügt. Nun ist sie da: der Haupt-Verlag, Bern, hat 2010 ein reich illustriertes Buch zum Thema herausgegeben. In zwölf Kapiteln werden Geschichte, Biologie und Ökologie der Kleinmarder behandelt, mit Ausblicken auf das Verhältnis zum Menschen, auf Forschung, Gefährdung und Förderungsmöglichkeiten. Das Buch beruht auf der französischsprachigen Ausgabe, die schon seit einiger Zeit vergriffenen ist ( „Les petits carnivores“). Die stark überarbeitete, aktualisierte und erweiterte Übersetzung wurde von „WIN Wieselnetz“ angeregt und begleitet.
„Marder, Iltis, Nerz und Wiesel. Kleine Tiere, grosse Jäger.“ von Paul Marchesi, Claude Mermod und Hans C. Salzmann. Haupt-Verlag, Bern/Stuttgart/Wien, 2010, 192 Seiten.
(20. September 2010)







